China hat gut 1,4 Milliarden Einwohner, doch die Bevölkerung schrumpft seit 2022: 2025 standen 7,92 Millionen Geburten 11,31 Millionen Sterbefällen gegenüber. Das verändert den Konsummarkt langsam. Weniger junge Familien, mehr Ausgaben für Gesundheit, Dienstleistungen, Reisen und Premiumprodukte, und eine Mittelschicht, die stärker auf den Preis achtet.
Das BIP pro Kopf lag 2025 bei 99.665 Yuan, rund 13.900 US-Dollar, bei einem Wirtschaftswachstum von 5,0 %. China ist längst nicht mehr nur die Werkbank der Welt: Binnenkonsum und Technologie tragen einen großen Teil des Wachstums, während die Produktion von Elektronik, Maschinen, Elektrofahrzeugen und Batterien das Rückgrat bleibt.
Die wichtigsten Importe sind integrierte Schaltkreise, Rohöl und andere Brennstoffe, Eisen- und Metallerze, Maschinen, optische und medizinische Geräte sowie Agrarprodukte wie Sojabohnen. Bei Konsumgütern haben die Produkte die besten Chancen, die lokale Marken nicht schnell kopieren können: nachweisbare Qualität, ein Gesundheits- oder Sicherheitsversprechen oder eine Geschichte, die online funktioniert.
Naheliegende Ausgangspunkte sind Shanghai als Finanz- und Konsumzentrum, Peking für Regierung und Medien, Shenzhen für Technologie und Produktion und Guangzhou für den Handel. Ein großer Teil des Konsumwachstums kommt inzwischen aber aus Städten wie Chengdu, Hangzhou, Wuhan und Xi’an, wo weniger ausländische Konkurrenz und niedrigere Mieten warten.
Einzelhandel und Supermärkte in China
Der Einzelhandelsumsatz mit Konsumgütern erreichte 2025 50,1 Billionen Yuan, ein Plus von 3,7 %. Größter Supermarktbetreiber ist Walmart China mit 158,8 Milliarden Yuan Umsatz in 334 Filialen, gefolgt von Yonghui Superstores und RT-Mart (Sun Art). Das Wachstum liegt bei Mitglieds- und Discountformaten: Sam’s Club eröffnet weiter Filialen und steuert 2026 auf 76 zu, während allein im ersten Halbjahr 2025 rund 720 klassische Supermärkte schlossen.
Online ist kein separater Kanal mehr. Der Online-Handel erreichte 2025 16,0 Billionen Yuan, ein Plus von 8,6 %, und online gekaufte Waren machen inzwischen 26,1 % des gesamten Einzelhandels aus. Alibabas Freshippo, JD und Meituan konkurrieren im Instant Retail: lokale Lager, die Lebensmittel und Alltagsprodukte innerhalb einer Stunde liefern. Für einen ausländischen Lieferanten heißt das: Ihr Vertriebspartner braucht Regalplatz und eine funktionierende Präsenz auf den Plattformen, einschließlich der Livestream-Kanäle von Douyin und Xiaohongshu.
Wegen der Größe des Landes deckt kaum ein Distributor ganz China ab. Die meisten Exporteure starten mit einer Region oder einem Kanal, belegen, dass sich das Produkt verkauft, und verhandeln mit diesen Zahlen später mit den großen Anbietern.

